Billigwaren einkaufen - aber wie?

Autor: Redaktion Ocadia.de erstellt am: 10.08.2013 - 12:16

Jetzt können Sie erstmals viel Geld sparen und noch mehr dazu verdienen durch den Bezug
von Waren aller Art "direkt von der Quelle!"
Schon allein durch die Anforderung von Einzelmustern, die meistens kostenlos abgegeben
werden, erhalten Sie interessante Produkte im Wert von einigen hundert Euro zugeschickt.
Diese Zusendung von Gratisproben erfolgt, nach Eintragung in die jeweiligen
Handelskammerverzeichnisse, oft jahrelang!
Andere Erzeugnisse, wie Geschenk- und Haushaltsartikel, Spielwaren, Uhren, Textilien,
Schmuck, Elektronikartikel, Radios, Computeranlagen etc. schickt man Ihnen zum
verbilligten Einkaufspreis, der zwischen 50-90% unter dem liegt, was Sie im Inland dafür
bezahlen müssten.
Für die erste Kontaktaufnahme benötigen Sie nicht mehr als einen vorgegebenen Brieftext,
den Sie mit der Maschine abtippen und per Luftpost an die jeweilige Adresse senden. Wichtig
ist dabei, dass Sie einen gedruckten Firmenbriefkopf verwenden, den Ihnen jeder gute
Drucker herstellt. Ausserdem sollte Ihr Brief in englischer Sprache geschrieben sein (siehe
Mustertexte).
Innerhalb der nächsten Wochen werden Sie dann die gewünschten Mustersendungen
bekommen und können diese für Ihren eigenen Bedarf verwenden oder damit einen
schwunghaften Wiederverkauf starten. In letzterem Fall müssen Sie bei Ihrem zuständigen
Gewerbeamt (Ordnungsamt) eine Einzelhandelserlaubnis beantragen und das Gewerbe
anmelden.
Obwohl die Einkaufspreise meistens äusserst günstig sind, müssen Sie doch auch
berücksichtigen, dass auch noch Nebenkosten für Zoll, Fracht, Versicherungen und Werbung
hinzukommen, die je nach Lieferkonditionen der Versender mit ca. 20-30 Prozent zu
veranschlagen sind. Erst nachdem alle Eigenkosten erfasst und aufgeschlagen wurden, können
Sie Ihren Preis festsetzen und bestimmen, welchen Ertrag Sie erzielen.
Um in etwa zu erkennen, welche Kosten der Lieferant übernimmt und welche
Nebenleistungen von Ihnen erwartet werden, ist es unabdingbar, dass Sie die Kürzel der
Internationalen Handelssprache beherrschen. Sie finden die Angaben sowohl auf den
Angebotspapieren als auch auf den Begleit- und Frachtbriefen. Die Abkürzungen bedeuten im einzelnen:
ex factory: Lieferung ab Werk
Der Empfänger trägt die Kosten für die Fracht und Verschiffung, d.h. "alles" geht zu Lasten
des Empfängers.
f.a.s (free alongside ship): Freie Lieferung der Ware bis ans Schiff
Die weiteren Kosten für Fracht, Umladen usw. gehen zu Lasten des Empfängers.

f.o.b. (free on board): Freie Lieferung der Ware auf das Schiff
Die Kosten einschliesslich Verladung bis aufs Schiff werden von der Lieferfirma
übernommen. Alle weiteren Kosten trägt der Empfänger.
c. & f. (cost & freight): Ware und Fracht
Hier übernimmt die Lieferfirma alle Kosten ab Werk einschliesslich Schiffsfracht bis zum
Empfangshafen.
c.i.f. (cost, insurance, freight): Ware, Versicherung, Fracht
Von der Lieferfirma wird neben Lieferung bis zum Zielhafen auch die Versicherung der Ware
übernommen.
ex dock: Ab Kai
Die Kosten für den Versand der Ware einschliesslich Abladen am Zielhafen werden von der
Lieferfirma getragen.
c.o.d. (cash on delivery): Zahlung bei Lieferung
Die Lieferung erfolgt per Nachnahme. Hierbei zieht der Lieferant den Rechnungsbetrag durch
seinen Beauftragten direkt ein.
d.i.p.:
Dieses Kürzel bedeutet, dass die Rechnung per Nachnahme ausgehändigt wird. Die Ware
selbst kann vor- oder nachgeschickt werden. Diese Liefer- und Zahlart ist wenig üblich.
Einige Firmen verwenden zu den oben genannten Kürzeln noch eigene Bezeichnungen.
Lassen Sie sich vorher genau erklären, was diese Abkürzungen bedeuten, damit Sie später
keine unliebsamen Überraschungen erleben. Für Warenmuster gelten die hier aufgeführten
Kurzbezeichnungen meistens noch nicht.
Abgesehen von Frachtkosten haben Sie auf die meisten Auslandsprodukte Zoll zu entrichten.
Was im einzelnen für Einfuhrkosten zu veranschlagen sind, erfahren Sie bei Ihrem nächsten
Zollamt. Dort sagt man Ihnen auch, ob Sie die gewünschten Waren ohne Beschränkung
einführen dürfen, oder ob es gewisse Auflagen gibt.
Zur Absicherung des Rechnungsbetrages verlangen die ausländischen Lieferfirmen in der
Regel einen Liquiditätsnachweis. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Hausbank und lassen Sie
sich "Banker Cheques" ausstellen. Dadurch übernimmt das Institut eine Bürgschaft zur
Abdeckung eines bestimmten Betrages.
Bei Lieferung grösserer Mengen wird man Ihnen - sofern Ihre finanziellen Verhältnisse in
Ordnung sind - ein Akkreditiv (Zahlungsbürgschaft) erteilen. Die genaue Handhabung solcher
Bürgschaften, die Abwicklung von Versicherungen und andere Themen aus dem Bereich des
Import/Export-Geschäfts werden in der aufschlussreichen Broschüre "Export Fibel -Wegweiser für kleine und mittlere Unternehmen" beschrieben.
Die Broschüre ist kostenlos von folgender Anschrift erhältlich: Bundesministerium für
Wirtschaft (BMWi), Referat Öffentlichkeitsarbeit, Villemombler Strasse 76, 53123 Bonn 1.

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